An der Generalversammlung vom 13. Mai 2026 bei der Republik hat der Verein Qualität im Journalismus seinen Vorstand von elf auf neun Mitglieder verkleinert. Im Vorfeld sprach Republik-Co-Chefredaktor Daniel Binswanger über Krise – und warum sie ihn nichts angeht.
Kompakter Traktandenblock mit Einblick in die Republik: Am Vorabend von Auffahrt lud QuaJou zur Generalversammlung in die Räumlichkeiten des Onlinemediums an der Langstrasse in Zürich.
Der wichtigste Beschluss des Abends: eine Gesamterneuerungswahl des Vorstands für drei Jahre – verbunden mit einer Verkleinerung von elf auf neun Mitglieder. Zwei abtretende Mitglieder werden nicht ersetzt. Christian Beck trat nach vier Jahren aus dem Vorstand zurück, Michael Burkard nach einem Jahr. Beide bleiben Mitglieder.





Finanziell schloss QuaJou das Jahr 2025 mit einem höheren Verlust ab als budgetiert. Gründe waren höhere Personalkosten, ein Wechsel in der Administration und gestiegene Honorare am JourTag. Für 2026 sollen Mitgliederbeiträge konsequenter eingefordert werden – neu auch per Statut: Wer nach zweimaliger Mahnung nicht zahlt, verliert automatisch die Mitgliedschaft.
Q(uaJou)&A mit Binswanger
Den Auftakt zur GV bildete eine Redaktionsführung sowie ein Gespräch mit Gastgeber Daniel Binswanger. Während die Branche von Stellenabbau und Sparrunden spricht, gibt sich der Republik-Co-Chefredaktor entspannt: «Wir haben letztes Jahr eine halbe Million Gewinn gemacht.» Das sei nicht immer so gewesen – bei seiner Übernahme vor drei Jahren habe das Medium kurz vor der Pleite gestanden, ein MeToo-Fall habe es fast zu Fall gebracht.









Die Wende erklärt Binswanger mit mehr publizistischer Disziplin und einem Umfeld, das der Republik nützt: Medienkonzentration, politische Polarisierung, wachsendes Misstrauen gegenüber grossen Titeln. Am Kurs will er festhalten: «Wir werden nicht aufs Feld der Tagesaktualität gehen.» Kürzere Formate habe man versucht – es sei «die grösste Pleite der Republik» gewesen.
